Silvia Wörner ist psychologische Beraterin, EFT-Klopfakupressur-Profi und systemischer Coach. Sie lebt zwischen Köln und Bonn sowie in den Herzen der Menschen, die sich ihr anvertrauen. Dort malt sie Bilder. Nicht nur auf Papier, sondern in Gedanken, Worten und Gefühlen. Bilder, die Klarheit schaffen, wo vorher Nebel lag, weil sie neue Perspektiven öffnen. Die sichtbar machen, was lange unter der Oberfläche verborgen lag, und sie wieder mit der Person verbinden, die sie einmal waren, wertvoll, lebendig und liebevoll.
Was sie weitergibt, ist kein theoretisches Wissen. Es ist gelebtes Leben. Sie weiß, wie es sich anfühlt, wenn eine Beziehung mehr kostet, als sie trägt. Wie es ist, stark wirken zu müssen, obwohl es sie innerlich zerreißt. Wie lähmend Scham sein kann und wie befreiend es ist, das Unfassbare in Worte zu fassen und es ehrlich auszusprechen. Und wie viel Mut es braucht, sich selbst wiederzufinden, inmitten von Verantwortung, Verlust und dem leisen Wunsch, dass doch bitte alles irgendwie wieder gut wird.
Nach dem Tod ihres Mannes, der viele Jahre mit einer Alkoholerkrankung lebte, öffnete sich für sie ein neuer Raum. Endlich bereit, offen über das zu sprechen, was sie so lange für sich behalten hatte, begann sie zu schreiben. Nicht, um die Vergangenheit aufzuwühlen, sondern um zu zeigen, was möglich wird, wenn wir beginnen, an uns selbst zu glauben. Im System der Suchthilfe fühlte sie sich damals übersehen, als Angehörige, als Frau, als Mensch. Davon ließ sie sich nicht entmutigen, sondern suchte selbst nach Antworten. Nach Wegen, heil zu bleiben – für sich, für ihre Familie, für ihr Leben. Aus dieser klaren, liebevollen Entscheidung entstand ein Weg. Und aus diesem Weg ein Versprechen: anderen zu zeigen, wie Befreiung gelingen kann.
Mit viel Feingefühl, innerer Klarheit und einem tiefen Vertrau-en in Entwicklungsprozesse begleitet sie heute Betroffene, die sich nach mehr Selbstverbindung sehnen. Oft sind es Frauen, die gelernt haben zu funktionieren und nun lernen wollen zu fühlen. Die von ihr geliebte Klopfakupressur (EFT – Emotional Freedom Techniques) spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Ausbilderin, Coach, Speakerin und Workshop-Leiterin gibt Silvia ihre Erfahrung mit Herz und Humor weiter – leicht verständlich, praktisch anwendbar, tief bewegend.
Es ist ihr ein Herzensanliegen, Co-Abhängigkeit sichtbar zu machen. Worte zu finden, wo andere verstummen. Scham auf-zu lösen durch Verbindung. Räume zu schaffen, in denen Menschen sich erinnern, dass sie selbst die Antwort sind, nach der sie so lange gesucht haben.
Nach dem Tod ihres Mannes im März 2020 lüftete sich der letzte Nebel, der ihr Leben über Jahre verhüllt hatte. Dieses Buch ist das Ergebnis dieser Klärung. Von der verschwiegenen, angepassten Frau zur wachen, lebendigen Mentorin, die andere mit ihrer Energie ansteckt. „Es ist unglaublich, was alles möglich wird, wenn du beginnst, an dich zu glauben, dich deinen Ängsten stellst und mutig vorangehst – mit oder ohne den anderen“ – so beschreibt sie heute ihren inneren Weg.
Wörners große Vision: Sucht und Co-Abhängigkeit raus aus der Tabuzone zu holen – liebevoll, aufklärend, menschlich. Angehörige brauchen Räume, in denen sie gesehen, verstanden und gestärkt werden. In denen es nicht um Schuld geht, sondern um Heilung. Um Aufklärung und neue Wege. Dieses Buch ist Teil dieser Vision. Es erzählt von der Kraft, die entsteht, wenn man aufhört, sich selbst zurückzuhalten. Und vom Vertrauen, das wächst, wenn man beginnt, sich selbst wieder wichtig zu nehmen.
Zwei Tage nach dem Tod ihres Mannes vernahm sie Worte, die wie eine leise Botschaft in ihr nachklangen: „Schau, dass du ein Programm entwickelst, das Menschen wie mir hilft, aus der Sucht auszusteigen und weiter ihre Arbeit zu behalten. Mach dich dafür stark, kläre auf, gründe eine Initiative. Nutze mein Netzwerk. Sorge für Akzeptanz in der Gesellschaft.“
In Gedanken fügte sie hinzu: Und ein Programm für all jene, die in Beziehung mit einem suchtkranken Menschen leben, damit auch sie ihren Weg in die Freiheit finden können. Sie wünscht sich die gesellschaftliche Akzeptanz, frei über Co-Abhängigkeit und Alkoholsucht reden zu können. Dann wird es leichter für Betroffene und die Scham kann sich endlich lösen.